GAPP8

Hello from Yakima

 

HELLO FROM YAKIMA!!! – 1 Monat am anderen Ende der Welt

Bericht vom GAPP- Team über unser Leben, unsere Erlebnisse und Eindrücke

Am Donnerstag, den 12. September 2013 ging es für 14 Schüler (10. bis 12. Klasse) unserer Schule, sowie Frau Heinrichs, Frau Heinze und deren männlichen Begleitern (das GAPP-Team 2013) für einen Monat, um genau zu sein bis zum 10. Oktober, nach Yakima im US-Bundesstaat Washington. Wir flogen von Hamburg erst nach Amsterdam mit der Airline KLM und von dort aus mit DELTA-Airlines über „den großen Teich“ nach Seattle, der größten Stadt von Washington State. Der große Flug dauerte rund 10 Stunden, aber es war auszuhalten, man hatte einen atemberaubenden Blick über Grönland, Kanada und die Rocky Mountains und eigentlich verging die Zeit „wie im Flug“. Dann war es soweit: jeder von unserer Gruppe war das erste Mal in den Vereinigten Staaten von Amerika! Allerdings waren wir müde durch die lange Anreise und die Zeitumstellung, so dass jeder einen typischen Jetlag durchleben musste. Von Seattle nach Yakima sind es weitere 2 bis 3 Stunden mit dem Auto. Wir wurden nach Yakima gebracht, wo es bereits Nacht war und dann jeder auf seine zukünftigen Gasteltern traf. Der folgende Monat kommt einem im Nachhinein viel zu kurz und übertrieben schnell vor, denn es war (vermutlich) der spannendste und ereignisreichste Monat unseres Lebens und man möchte unbedingt wieder zurück. Das Leben von uns allen wurde für die Zukunft verändert. Wir lernten Land und Leute kennen: trafen auf nette, zuvorkommende Menschen, lernten ihren Alltag, ihre Gewohnheiten, ihr Zuhause und ihr Umfeld kennen. Wir haben an der „West Valley High School“ (im Folgenden abgekürzt mit WVHS), unserer Partnerschule, die unser eigentliches Ziel in Yakima war, zahlreiche neue Freundschaften geschlossen, mit unseren Leuten vor Ort Vieles unternommen und vor allem die Lebensart der jungen Leute kennengelernt. Sie nahmen uns mit zu den Football-Spielen der „Rams“, der Football-Mannschaft der High School, die immer Freitagabend stattfanden und wo einfach eine tolle Stimmung herrschte, denn die ganze Schule feuerte ihre Mannschaft an und die Veranstaltung war immer groß aufgemacht und hat allen sehr viel Spaß bereitet. Cheerleader-Choreographien nachahmen, sich mit Snacks eindecken und sich gegenseitig anmalen gehörte dazu, ein echter „Rams“-Fan zu werden. Wir als Deutsche wurden immer hervorragend integriert, haben Fotos mit den Amis gemacht, über unsere Hobbies und Interessen geredet und unsere Kontaktdaten ausgetauscht, so dass wir heute immer noch von ihnen hören. Die meisten, mit denen wir zu tun hatten, sind sogenannte Seniors, d. h. sie sind die Abiturienten der Schule im nächsten Jahr. Das GAPP-Team besuchte außer die WVHS auch noch die Elementary Schools (Grundschule: 1. – 4. Klasse), die Middle School (5./6. Klasse) und die Junior High (7./8. Klasse) von Yakima und vor allem von dem Stadtviertel West Valley. Die High School geht von der 9. bis zur 12. Klasse. Unsere grandiosen Aktivitäten, die jeden Tag unseres Aufenthaltes unvergesslich gemacht und ihn bis zum Rand gefüllt haben, folgen nun. Kleinere Ausflüge, die wir mit GAPP gemacht haben nach der Schule, führten u. a. zu einem Gerichtsmediziner, zu einer Apfelplantage und zu indianischen Wandmalereien. Nach einer Woche Unterricht an der WVHS (jeder hatte seinen eigenen Stundenplan) ging es dann aber noch direkt nach Seattle auf eine große dreitägige Erkundungstour. Wir hatten erst Freizeit in der Downtown, nachdem wir bereits in einem kleinen Ort in den Bergen vor den Toren Seattles anhielten für eine ausgiebige Shoppingtour. Am imponierendsten war der bekannte Aussichtsturm der Stadt, die Space Needle („Weltraumnadel“), von der man die ganze Stadt in seiner einzigartigen Lage zwischen Bergketten und Wasserflächen, die mit dem Pazifik verbunden sind, bestaunen konnte. Leider hatten wir nicht perfekte Sicht durch einigen Nebel, aber am Ende kam noch die Sonne zum Vorschein, was auch eine Seltenheit ist, denn durch die Nähe zum Ozean, ist es fast immer bewölkt und regnerisch im westlichen Teil von Washington State. Gleich im Anschluss ging es für uns in das „Experience Music Project“, das Musikmuseum von Seattle, das sich in direkter Nachbarschaft zur Space Needle befindet. Unserer Gruppe gefiel das Museum sehr gut, denn es war gut aufbereitet und interessant gestaltet, so dass man sich nicht wirklich wie in einem Museum fühlte. Man konnte originale Gitarren von Jimi Hendrix oder Nirvana betrachten, beides Größen, deren internationaler Erfolg in der Musikmetropole Seattle begann. Am Ende unserer Tour durch das Museum konnten wir selbst einige Instrumente spielen oder Songs von bekannten Bands, wie den Beatles, nachsingen. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Anschließend ging es gleich zum nächsten Museum, dem Flugmuseum, denn Seattle ist auch eine Stadt der Flugzeuge (Boeing). Das Museum befasst sich neben dem Fliegen auch mit dem Weltraum und so hatten wir eine simulierte Mondlandung, die Aufgabe, unsere eigene Rakete zu bauen, die dann auch gestartet wurde und einen nächtlichen Museumserkundungsgang. Doch das war noch nicht alles, denn am letzten Tag durften wir noch hinter die Kulissen des Baseballstadions der „Seattle Mariners“ blicken, wo wir bereits ein Spiel erlebt hatten, dass die „Seemänner“ gewannen. Wir Deutschen haben die Stimmung etwas aufgemischt bei diesem doch eher langsamen, aber für uns unbekannten und interessanten Sport, den wir auch selbst mit mäßigem Erfolg ausprobiert hatten. Die nächtliche Skyline der „Smaragdstadt“ Seattle haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Mit vielen Eindrücken ging es dann wieder in unsere temporäre Heimatstadt Yakima zurück, wo das alljährliche Homecoming Football Game stattfand und am nächsten Abend der Homecoming Dance, der Schulball der West Valley High – ein wichtiges Ereignis für die Schule und ein toller Tanz- bzw. Discoabend für die Schüler in ihrer schönsten Abendgarderobe, der aber leider schon um 11 Uhr abends zu Ende ging. Nach diesem Wochenende war die Hälfte unseres Monats bereits vorüber, was wir zu diesem Zeitpunkt schon nicht fassen konnten, aber uns blieb wenig Zeit zum Nachdenken, denn unser zweiter großer Ausflug stand bevor und wieder hieß es raus aus Yakima für 3 Tage. Diesmal gelangten wir zu den Nationalparks von Washington State in den Bergen. Die beiden markanten Gipfel Mount St Helens und Mount Rainier waren unser Ziel, beides aktive Vulkane in einer Höhenlage, wo Schnee liegt, umrahmt von lebhafter Natur. Der bekanntere Berg dürfte der Mount St Helens sein, der seine gefährliche Aktivität zum letzten Mal 1980 unter Beweis stellte. Leider haben wir ihn nicht zu Gesicht bekommen, da er sich lieber hinter einer dichten Nebelwand verbarg, aber man konnte die Überbleibsel seiner Eruption sehen, nämlich schlammige Rinnsale früherer Lavaströme und umgeknickte und abgeholzte Bäumstümpfe. Die Landschaft dort lag brach. Mit dem zweiten Berg Mount Rainier hatten wir auch nicht das erhoffte Glück, denn kurz bevor wir seinen Nationalpark betreten wollten, gab es den unerwarteten Shutdown der US-Regierung, den Haushaltsstreit zwischen Republikanern und Demokraten, was die Schließung der Nationalparks bedeutete. Zum Glück übernachteten wir in unserer sehr gemütlichen Lodge mit guter Verpflegung, ausreichend Spaß und unserem eigenen Pool (!). So konnten wir den „American Way of Life“ perfekt leben und es uns rundum gutgehen lassen. Poolparties, BBQ, American Football, der alljährliche Jahrmarkt „Yakima Fair“, Baseball, Fastfood-Restaurants (neue und altbekannte), der Gottesdienst in einer amerikanischen Kirche (ganz anders als in Deutschland) und vieles vieles mehr erweiterten unseren Horizont. Wir haben neue Dinge ausprobiert, wie z.B. mexikanische Gerichte (Tacos, Burritos, Quesadillas) durch den großen Einfluss der mexanischen Immigranten in Amerika, hatten neue Fächer in der Schule, beispielsweise Hauswirtschaft, Psychologie, US-Geschichte etc. Allein das Einkaufen und Autofahren in Amerika ist schon ein Erlebnis für sich. Natürlich haben wir auch alle sehr viel Geld dagelassen. Mein absolutes persönliches Highlight in diesen 4 Wochen war mein Aufenthalt in Montana am letzten Wochenende. Ich wurde auf diesen Familienausflug mitgenommen, was noch einmal mein ausgesprochen enges und gutes Verhältnis zu meiner fabelhaften Gastfamilie demonstrierte und uns noch enger verband. Sie zeigten mir noch mehr von den Vereinigten Staaten und wollten mir so meinen Aufenthalt noch einzigartiger machen, was sie definitiv geschafft haben. Montana, der US-Staat hinter Washington und Idaho mit der Größe von Deutschland, aber nur 1 Million Einwohner hat eine so atemberaubende Landschaft, das sich eine Reise wirklich lohnt. Winddurchpeitschte, abgeerntete Weizenfelder, Geröllebenen, kleine Plateaus und Canyons vor den schneebedeckten Rocky Mountains sind eine Kulisse der besonders schönen Art und ein buntes Naturschauspiel, das einen auch an den Wilden Westen erinnert, obwohl es im Norden der USA liegt. Elche, Grizzlybären, Rehe, Pferde und Rinder sind hier zuhause. Für Fotographen ist Montana ein echtes Muss und ich habe hunderte Bilder innerhalb dieser drei Tage gemacht. Während unseres Aufenthaltes waren wir in einer typisch amerikanischen Farmer-Kleinstadt mit Traktoren und Kornspeichern untergebracht.

Ich würde diesen Monat in Amerika auf jeden Fall gerne wiederholen, so wie jeder von unserem GAPP-Team, weil alle sehr viel Spaß hatten durch das neue Leben in Amerika mit freundlichen und tüchtigen Gastfamilien, vielen neuen Freunden, unserem vollen Programm und vielen Eindrücken, die wir jetzt mit Deutschland vergleichen können und so in der Lage sind, festzustellen, was uns gefehlt hat oder was wir gerne mitgenommen hätten. Die Amis denken teilweise doch anders als wir, erfüllen viele Klischees, sind sehr religiös verbunden und nationalistisch, erkennbar an den US-Flaggen überall und dem Eid auf die Flagge, die jeder Schüler jeden Tag vor dem Beginn des Unterrichts leistet. Eins ist sicher, die Chance in den USA zu sein, sollte man sich nicht entgehen lassen und es ist toll, dass uns das GAPP dies ermöglicht hat. Dadurch ist man mit den Menschen dort nun gut zusammengewachsen und keiner wollte uns gerne gehen lassen. Dies war manchmal nur unter Tränen möglich, denn nach einem Monat hatten wir schon einen festen Platz in Cliquen und die Gastfamilien betrachteten uns schon als ihre Kinder. Wir hoffen alle auf ein baldiges Wiedersehen in Yakima oder in Güstrow, denn nächsten Sommer sind die amerikanischen Schüler aufgerufen, zu uns nach Deutschland zu kommen als Gegenbesuch, so wie es Tradition ist. Es wird dann spannend für uns sein, wenn wir einige bekannte Gesichter hier bei uns im Lande wiedersehen und auch neue Leute kennenlernen. Wenn es soweit ist, wollen wir genauso gute Gastgeber wie die Amis sein. Meine Gastfamilie möchte nächsten Sommer auch privat zu mir kommen, was mich sehr erfreut.

Und nun das Wichtigste zum Schluss: Was bedeutet eigentlich das Kürzel GAPP ?

GAPP steht für German-American-Partnership-Program und wird seit 1999 von Ilka Heinrichs (Deutschland) und Rick Beck (USA) betrieben. Frau Heinrichs hat 1997 an der WVHS selbst unterrichtet im Fach Deutsch und Herr Beck, der Deutschlehrer der High School, hat am damaligen Barlachgymnasium Güstrow Englisch den Deutschen beigebracht. Sie haben also ihre Jobs getauscht, sich so kennengelernt und dieses wunderbare Programm für Schüler beider Staaten aufgebaut als Chance für einen interkulturellen Austausch. Der Austausch der Deutschen findet alle zwei Jahre statt durch die viele Organisation, und die Amis kommen jeweils im darauffolgenden Sommer zu uns. Darauf freuen wir uns schon und wir sind gespannt, wer in zwei Jahren von euch am GAPP 2015 teilnimmt – die Plätze sind begrenzt! Wir können es jedem Schüler ab der 10. Klasse empfehlen. Ein Grundwissen an Englisch, mit dem man sich ohne Probleme in den USA verständigen kann, dürfte kein Problem sein und wenn man über seinen Schatten springen kann, aufgeschlossen und selbstbewusst an die Kontaktaufnahme herangeht, keine Angst vor Fehlern hat und sich auch über Umwege verständlich machen kann, wird es genauso bravourös schaffen wie wir in diesem Jahr. Man lernt als jugendlicher Teenager im Bereich der englischen Sprache sehr viel dazu durch einen Monat hautnaher Praxis und auch das Spanische kommt nicht zu kurz, da es guten Spanisch-Unterricht an der WVHS gibt. Spanisch ist neben Deutsch die populärere und wichtigere erste Fremdsprache in den USA.

Mich persönlich hat dieser Monat zusätzlich dahingehend geprägt, dass ich, der immer schon gerne reisen und ferne Länder und Städte besuchen wollte, nun entschlossen bin, auch nach der Schule noch einmal wegzugehen und im Ausland „zu sich selbst zu finden“, damit man in Zukunft weiß, was man will. Mein bester Freund und ich sind nun bereit nach unserem Abitur, Work & Travel in Kanada zu machen. Somit wäre ein Wiedersehen in Yakima bereits nächstes Jahr schon möglich, da es quasi „gleich um die Ecke liegt“ und man es gut miteinander verbinden kann. Das Fernweh ruft also erneut, obwohl das Gefühl, die Familie und Freunde wiederzusehen, die auf einen warten, ebenso unbeschreiblich ist.

Bye bye! See you guys!

Lucas Wiedewald

 

 

 

Das GAPP-Team 2013 sind:

  • Katharina Abrokat (10 e)
  • Sophie Brüsehaber (11 b)
  • Nicola Drüeke (10 e)
  • Saskia Krienke (10 e)
  • Hilke Lübars (11 b)
  • Jolin Neuß (11 b)
  • Clara Nicolai (11 b)
  • Paul Oppermann (10 e)
  • Jette Purwin (10 a)
  • Jule Purwin (10 a)
  • Dominik Rapke (10 d)
  • Helene Sellnau (10 e)
  • Josefine von Weber (11 e)
  • Lucas Wiedewald (12 e)

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über das GAPP für ein Jahr in den USA sind:

  • Lena Ranis (11 a)
  • Henning Schätz (11 b)

 

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